Wärmedämmverbundsysteme mit Klinkerriemchen

Biozidfreie Fassaden ohne Risiko von Algen - und Pilzbefall

Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Außenwanddämmung mit  Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)             hat sich auch das Problem des Algen­ und Pilzbefalls an Fassaden in den vergangen Jahren weiter verschärft.
Die bisherigen Ausführungsbeispiele zeigen aber auch, dass sich keine Algen und Pilze an der Fassade
ansiedeln können, wenn keramische Klinkerriemchen statt Putz als Abschlussschicht von WDVS verwendet
werden. Im Rahmen eines im Frühjahr 2013 abgeschlossenen Forschungsvorhabens beim Frauenhofer -  Institut
für Bauphysik in Holzkirchen (IBP) wurde daher der Frage nachgegangen, warum Wärmedämmverbundsysteme
mit einer Deckschicht aus Klinkerriemchen im Gegensatz zu den Standardputzsystemen algenresistent sind.

1 Einleitung

Wärmedämmverbundsysteme nehmen bei Außenwänden von Neu- und Altbauten zur Reduzierung von
Transmissionswärmeverlusten einen beträchtlichen Marktanteil ein. Dies belegen die vom Fachverband
Wärmedämm-Verbundsysteme veröffentlichten Zahlen für die verlegten Flächen in den vergangenen Jahren:
2010 – 41,8 Mio. m2, 2011 – 42,5 Mio. m², 2012 - 40,1m². Die Zunahme des Algenbefalls an Fassaden aus WDVS
hängt nach bisherigen Untersuchungen des FraunhoferInstituts damit zusammen, dass die Erhöhung der Wärmedämmdicke zur Reduzierung der Transmissionswärmeverluste mit einer Abkühlung der Bauteiloberflächen verbunden ist. Folglich führen die niedrigen Temperaturen an Bauteiloberflächen zu einem erhöhten Tauwasseranfall an Bauteiloberflächen zu einem erhöhten Tauwasseranfall und begünstigen somit die Ansiedlung von Algen und Pilzen.

Die beiden für den Algen- und Pilzbefall maßgebenden Kenngrößen, die strahlungstechnischen Eigenschaften
und die Taupunktunterschreitungsdauer, wurden für einen mineralischen Putz im Vergleich zu einer aus roten bzw. weißen Klinkerriemchen bestehenden Wandfläche durch Laborversuche, Berechnungen und Freiland-
untersuchungen gegenübergestellt. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Klinkerriemchen aufgrund der
günstigen strahlungstechnischen Eigenschaften sowie einer im Vergleich zum mineralischen Putz deutlich
geringeren Taupunktunterschreitungsdauer eine rasche Feuchtigkeitsabgabe an der Fassade ermöglichen
rasche Feuchtigkeitsabgabe an der Fassade ermöglichen  und somit den Algen und Pilzen jegliche Wachstumsbedingungen entziehen. In diesem Beitrag werden die Wärmedämmverbundsysteme mit
Deckschichten aus Putz und Klinkerriemchen auf der Grundlage der langjährigen praktischen Erfahrung
und bisherigen Forschungsergebnisse im Hinblick auf ihre Bewuchsanfälligkeit gegenübergestellt.

 

Die hohe Schlagregenbeanspruchung begünstigt zusätzlich den Algen - und Pilzbefall bei Fassaden aus WDVS

Die große Dämmdicke und die dünne Putzschicht sind maßgeblich dafür, dass sich die Putzoberfläche stark abkühlt und unter die Lufttaupunkttemperatur fällt.

2  Wandaufbau

Wärmedämmverbundsysteme, auch Thermohaut genannt, eignen sich sowohl für den Neubau als auch für die
nachträgliche Wärmedämmung von Außenwänden. Sie bestehen aus Dämmstoffplatten, die direkt auf das Mauerwerk oder die bestehende Fassade (Altbau) aufgeklebt und je nach Untergrund auch gedübelt werden.
Auf die Dämmschicht wird ein armierter Unterputz aufgetragen, welcher geringe Bewegungen des Untergrundes sowie Dehnungsspannungen aufnimmt und die Grundlage für die Deckschicht bietet. Die Deckschicht bilden Kunstharzputze oder mineralische Putze. Insbesondere in Verbindung mit Styropor-Dämmplatten ist WDVS ein
preisgünstiges Außenwanddämmsystem. Wärmedämmverbundsysteme können zudem mit einer Deckschicht
aus Klinkerriemchen statt mit Putz ausgeführt werden. Wärmedämmverbundsysteme mit Klinkerriemchen
werden in der Regel immer dann verwendet, wenn er höhte Anforderungen an die Fassadendauerhaftigkeit
gestellt werden und eine anspruchsvolle und individuelle Fassadengestaltung beabsichtigt wird.

 

Aufbauprinzip eines Wärmedämmverbundsystems mit Putz als Deckschicht.

Aufbauprinzip eines Wärmedämmverbundsystems mit Klinkerriemchen als Deckschicht.

3 Problem der Algenbildung bei Wärmedämmverbundsystemen

Das Problem der Veralgung von Fassaden mit WDVS hat sich im Zuge der Verschärfung der gesetzlichen
Anforderungen an die energetische Qualität von beheizten Gebäuden spätestens seit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) 1995 zunehmend verschärft. Auf das Problem der Fassadenveralgung wurde durch Fachaufsätze erstmalig in den Jahren 1999 [7] und 2000 aufmerksam gemacht. Im Jahre 2001 haben die
Hochschule Wismar und das Fraunhofer-Institut für Bauphysik in Holzkirchen ihre Ergebnisse zu diesem Thema
im Rahmen des 3. Dahlberg-Kolloquiums in Wismar vorgestellt. Die bis heute noch aktuellen Erkenntnisse führen die Zunahme der Algenbesiedlung an Fassaden aus WDVS auf die folgenden Haupteinflussfaktoren zurück.

a) Gut und sehr gut gedämmte Gebäude (Niedrig- und Passivhäuser) Der Wärmefluss von beheizten Innenräumen nach außen wird durch die hohe Wärmedämmschicht abgekoppelt. Die Oberflächentemperatur der Fassade an der obersten Schicht kühlt sich somit in den kalten und klarenNächten infolge langwelliger Abstrahlung stark ab und undterschreitet die Taupunkttemperatur der Luft. Bei Unterschreitung der Taupunkttemperaturen tritt Kondensat auf. Besonders auf sich im Schatten anderer Gebäude bzw. auf der Nordseite befndlichen
Fassadenflächen ist großes Algenrisiko gegeben.

b) Dünne Putzschicht Besonders anfällig für den Algenbewuchs sind Wärmedämmverbundsysteme, bei denen
die Putzschicht nur wenige mm dick ist. Die geringe Wärmespeicherfähigkeit der Putzschicht bewirkt eine Wärmeabstrahlung in klaren Nächten und somit eine Absenkung der Oberflächentemperatur, die stets zu schädlicher Tauwasserbildung führen kann, sobald sie die Taupunkttemperatur der Umgebungsluft unterschreitet.

c) Helle Farbe:
Helle Putzfarben begünstigen den Algenbewuchs auf Fassaden aus Wärmedämmverbundsystemen. Die relativ geringe Lichtabsorption bei hellen Putzfassaden führt zu einer Absenkung der Oberflächentemperatur und gleichzeitig zu einer Verlangsamung der Verdunstungsrate.

Die hier für den Algen- und Pilzbefall maßgebenden Einflussfaktoren gehören jedoch zu den charakteristischen
Eigenschaften von Wärmedämmverbundsystemen mit Standputzschichten. Insofern muss bei allen Außenwänden für  heute energieefziente Gebäude gemäß den Anforderungen der Energieeinsparverordnung
 2009 und insbesondere bei Niedrigenergie- und Passivhäusern grundsätzlich mit Algen- und Pilzbefall gerechnet werden, wenn die Wärmedämmverbundsysteme zur Ausführung kommen.

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